Plätzchen und Gebäck

Rezept für Schwäbische Springerle mit Anis und noch mehr Schwäbische Traditionsrezepte

Virtuell hat es mich nach Schwaben verschlagen, woraufhin ein Rezept für Schwäbische Springerle entstand, das gute Chancen hat, sich in meine Liste der allerliebsten Weihnachtsplätzchen einzureihen. Aber der Reihe nach…

In diesem Jahr 2020 hat mich ein Gefühl ganz besonders im Griff: das Fernweh. Dabei denke ich gar nicht in großen Dimensionen. Klar, Island, Kanada, Irland…, unfassbar gerne würde ich diese Länder bereisen, glücklich machen würden mich aber auch Ziele um die Ecke, die Deutschen Inseln beispielsweise oder die Alpen. Ist aber gerade – na ja – schwierig. Jammern tut vielleicht kurzfristig ganz gut, bringt aber generell nicht weiter, deshalb ist meine Strategie gegen Fernwehfeeling: Rausgehen! Spaziergänge im Wald oder generell in der Natur, mit der Kamera im Rucksack vorbereitet für die weiten Ausblicke und kleinen Zauberhaftigkeiten, die sich vielleicht entdecken lassen. Und ich sinniere in die hoffentlich lockdownfreie Zukunft, mache Pläne für die Zeit, wenn Reisen wieder geht. Realistisch vielleicht erst mal national, auch hier gibt es viele schöne Orte. Das Schwabenländle zum Beispiel 🙂 .

Schwäbische Springerle Rezept Gredelin Schwaben Gebäck
Naturfotografie Gredelin Landschaft Springerle

Zu Schwaben habe ich als Norddeutsche so rein gar keinen Bezug und ich muss gestehen, dass ich bisher nur mal durchgefahren bin durch dieses hübsche Fleckchen Süddeutschland, aber noch nie wirklich die Gegend erlebt habe. Sehr schade, denn in Schwaben gibt es nicht nur hübsche Altstädte, viel Natur und Sehenswürdigkeiten, es ist auch für viele und vor allem sehr gute kulinarische Spezialitäten bekannt, unter anderem für Springerle. Dieses geschichtsträchtige Gebäck war mir tatsächlich bis vor Kurzem noch absolut unbekannt, genauso wie die Holzmodeln, die für die Herstellung nötig sind. Verbreitet sind Springerle eher in Süddeutschland, Österreich, der Schweiz, im Elsass und Ungarn, hier vielleicht auch unter der Bezeichnung “Anisbrötli”, “Eierzucker” oder “Eiermarzipan”.

Das Springerle und seine Form

Die Springerlewissenslücke wollte ich unbedingt beheben. Dem Onlinehandel sei Dank, fand ich auch außerhalb Süddeutschlands ein hübsches Springerlemodel. Model, so nennt man die mit verschiedenen Bildern filigran geschnitzten Holzstücke, die auf den ausgerollten Teig gedrückt werden und die typischen wunderschönen Springerlebildchen entstehen lassen. Die Auswahl ist riesig, offenbar hat dieses Gebäck seine Fanbase. Die Herstellung ist unglaublich einfach, braucht nur etwas Voraluf, denn die Weihnachtsplätzchen müssen vor dem Backen über Nacht trocknen.

Springerle-Model Springerle Rezept Gredelin
Anis Springerle
Anis in diversen Formen: Sternanis, Anissamen, gemahlener Anis
die Zutatenliste für Springerle könnte nicht minimalistischer sein

Aufspringerle

Es wird vermutet, dass sich die Bezeichnung Springerle vom Begriff „Aufspringen“ ableitet und damit das Aufgehen des Teiges beim Backen gemeint ist. Denn, wie ich gelernt habe, bekommt ein gutes Springerle “Füßchen” während es backt. Es stellt sich quasi auf. Noch mehr Springerlewissen findest du hier.

Von dem Ergebnis bin ich beeindruckt. Mit den hübschen Bildchen machen die Plätzchen wirklich Eindruck und sind definitiv ein Hingucker auf dem Weihnachtsteller und sie schmecken himmlisch. Ich finde, gerade in diesem verrückten 2020 mit seinem vielleicht etwas anderem Weihnachtsfest sind extra schöne Besonderheiten für Leib und Seele noch wichtiger als sonst.

Da Schwaben an kulinarischen Traditionsgerichten aber, wie schon erwähnt, nicht nur Springerle vorzuweisen hat, lohnt sich ein Blick zu meinen Bloggerkolleginnen Stephanie vom Blog Stephanie Natalie und Elle von Elle Republic. Auf ihren Blogs habe ich zwei typisch schwäbische Gerichte entdeckt, zubereitet nach tollen individuellen Rezepten.

Hier findest du Stephanies Rezept für gebratene Maultaschen in Knoblauchbutter

Stephaninatalie Maultaschen

und hier Elles selbstgemachte Spätzle

ellerepublic Spätzle

Hier mein Rezept für Schwäbische Springerle:

Rezept für Schwäbische Springerle mit Anis

Für ca. 40 Stück je nach Modelgröße. Hübsche Springerlemodeln findest du zum Beispiel hier*.

Zutaten:

  • 3 Eier
  • 360 g Puderzucker
  • 2 Päckchen Vanillezucker
  • 1 EL Kirschwasser oder Grappa
  • 1 Msp. Hirschhornsalz
  • Mark einer Vanilleschote
  • 400 g Mehl
  • 2 TL gemahlenen Anis
  • 2 TL Anissamen

Zubereitung:

  1. Eier, Zucker, Vanillezucker und Kirschwasser mit dem Handmixer* schaumig schlagen. Hirschhornsalz und das ausgekratzte Mark der Vanilleschote unterrühren. Das Mehl und den gemahlenen Anis unterrühren. Den Teig nun abgedeckt 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  2. Nun den Teig zwischen zwei Lagen Backpapier bestäubt mit wenig Mehl ca. 1 cm dick ausrollen. Das Model mit etwas Mehl bestäuben und auf den Teig drücken. Du solltest ruhig etwas mehr Kraft aufwenden, denn der Teig ist ziemlich fest. Die Form muss sorgfältig eingedrückt werden. Beim Abheben der Form keine Angst, die Form ziemlich fest am Teig haftet. Das ist normal. Wenn du die Form mit Mehl ausgestäubt hast, bleibt in der Regel kein Teig haften. (Das Model muss nicht vorher eingefettet werden!)
  3. Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Anissamen drauf verteilen. Die Springerle auf das Backpapier setzen, evtl. mit einem Pinsel vorsichtig Mehlreste entfernen und die Plätzchen über Nacht (mindestens 12 Stunden) bei Zimmertemperatur trocknen lassen.
  4. Den Ofen auf 150° vorheizen und die Springerle auf der untersten Schiene 18 bis 20 Minuten backen.

Schwäbische Springerle mit Anis

Traditionsgebäck Schwäbische Springerle mit Anis
Vorbereitungszeit14 Stdn.
Zubereitungszeit50 Min.
Arbeitszeit30 Min.
Gericht: Gebäck, Plätzchen
Land & Region: Deutschland, Österreich, Schweiz, Schwaben
Keyword: Plätzchenrezept, Schwaben, Weihnachtsbäckerei, Weihnachtsgebäck
Portionen: 40 Stück
Kalorien: 75kcal

Equipment

  • Springerlemodel

Zutaten

  • 3 Eier
  • 360 g Puderzucker
  • 2 Päck. Vanillezucker
  • 1 EL Kirschwasser oder Grappa
  • 1 Msp. Hirschhornsalz
  • Mark einer Vanilleschote
  • 400 g Mehl
  • 2 TL gemahlenen Anis
  • 2 TL Anissamen

Zubereitung

  • Eier, Zucker, Vanillezucker und Kirschwasser mit dem Handmixer schaumig schlagen. Hirschhornsalz und das ausgekratzte Mark der Vanilleschote unterrühren. Das Mehl und den gemahlenen Anis unterrühren. Den Teig nun abgedeckt 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.
  • Nun den Teig zwischen zwei Lagen Backpapier bestäubt mit wenig Mehl ca. 1 cm dick ausrollen. Das Model mit etwas Mehl bestäuben und auf den Teig drücken.
  • Ein Backblech mit Backpapier auslegen und die Anissamen drauf verteilen. Die Springerle auf das Backpapier setzen, evtl. mit einem Pinsel vorsichtig Mehlreste entfernen und die Plätzchen über Nacht (mindestens 12 Stunden) bei Zimmertemperatur trocknen lassen.
  • Den Ofen auf 150° vorheizen und die Springerle auf der untersten Schiene 18 bis 20 Minuten backen.

Notizen

Die Kalorienangabe bezieht sich auf ein Stück.

Noch mehr Traditionsgebäck? Ein Rezept für köstlichsten Honigkuchen findest du hier.

*Werbelink

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